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BRENNSCHEIDT-FORUM IM​ VON DER HEYDT-MUSEUM
Wuppertal 2022

Baugeschichtlich bedingt verfügt das Von der Heydt-Museum über keinen abgeschlossenen Raum eigens für Veranstaltungen. Im Zuge der letzten größeren Umbaumaßnahme im Gebäudekomplex, des sog. „Inneren Neubaus“ 1985-89, wurde im Bereich des ehemaligen Innenhofes das „Forum“ geschaffen. Es bietet zwar Platz für Veranstaltungen mit großem Publikum, etwa Eröffnungsfeiern, ist aber ungeeignet für kleinere und mittlere Formate, wie sie im Museumsalltag deutlich häufiger vorkommen.

Das ehemalige Ladenlokal Leimberg kann das beschriebene Manko im Raumprogramm des Museums effizient ausgleichen. Mit insgesamt ca. 120 m² Grundfläche und einer Deckenhöhe von ca. 3,90 m hat es ideale Proportionen, um als Multifunktionsraum Veranstaltungen unterschiedlichster Formate zu beherbergen: Vorträge, Lesungen, kleine Konzerte oder Filmabende können dort ebenso stattfinden wie etwa Podiumsdiskussionen, Diskussionen, Workshops oder wissenschaftliche Tagungen. Darüber hinaus bietet der Raum sich für künstlerische Interventionen an, etwa für die temporäre Installation von Arbeiten der Lichtkunst. Gegenüber dem „Forum“ hat das ehemalige Ladenlokal Leimberg zwei entscheidende praktische Vorteile: Da es über einen eigenen Eingang verfügt, kann es unabhängig von den Öffnungszeiten des Museums genutzt werden, und es lässt sich barrierefrei erschließen.

Die Lage des Raums und seine historische Funktion sind für seine vorgesehene künftige Nutzung von entscheidender Bedeutung: Das Ladenlokal befindet sich direkt an der stark frequentierten Bushaltestelle am Wall und ist vom Bürgersteig aus durch die großzügige Fensterfront komplett einsehbar. Was auch immer sich in seinem Inneren abspielt: es kann von draußen wahrgenommen werden. Insofern wird der neue Multifunktionsraum dazu beitragen, das Museum als lebendigen und offenen Ort, als Ort der Begegnung und des Austausches erfahrbar zu machen. Um diesen Aspekt noch zu unterstreichen, soll dort im Rahmen von Veranstaltungen auch Bewirtung in elementarer Form (Getränke, Fingerfood) angeboten werden können.

 

Nach der Sanierung des Tragwerks der Decke sollen behutsame Veränderungen vorgenommen werden, die der neuen Nutzung Raum geben, die Spuren der Geschichte jedoch, soweit es möglich und sinnvoll ist, bewahren.

 

Die charakteristische Fassade des Ladenlokals soll unverändert erhalten bleiben, abgesehen von minimalen Veränderungen, die für eine Zugangs- und Sicherheitstechnik auf aktuellem Stand sowie für eine barrierefreie Erschließung erforderlich sind. Ebenso ist beabsichtigt, die im Innern vorhandene bauliche Struktur weitestgehend zu belassen und als Zeugnis der Geschichte des Raums zu zeigen. Die ehemals der Lagerung und Präsentation von Waren dienenden Emporen im rückwärtigen Gebäudeteil gemeinsam mit der sie erschließenden Treppenanlage sollen erhalten werden und können für die angestrebte neue Funktion gut genutzt werden. Es ist beabsichtigt, lediglich die beiden seitlichen Arme zurückzubauen, um die für die zukünftige museale Nutzung erforderlichen durchgehenden Wandflächen zu schaffen. Der im Bestand vorhandene Anschluss des Raumes an den Keller wird aufgegeben. An seiner Stelle ist der Einbau eines kleinen Tresens zur Bewirtung sowie einer Garderobe mit den erforderlichen Sanitäranlagen und Lagerräumen geplant. Diese sind so angeordnet, dass ein Durchbruch zum direkt hinter dem Ladenlokal gelegenen „Forum“ erfolgen kann – n.b. zu einem späteren Zeitpunkt und in einer eigenen Maßnahme.

 

Durch den vorgeschlagenen Umbau bleibt das Ladenlokal als Typus in seiner historischen Ausprägung lesbar und erkennbar, gleichzeitig jedoch wird die Transformation des Ortes zu einer veränderten Nutzung und mit geänderten Bedingungen ermöglicht und bildet jetzt den Rahmen für Wechselausstellungen wie auch für Vorträge, Konferenzen und Feste.

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